Trennung der Eltern -Wie Kinder damit klarkommen - Ein Leitfaden für Eltern

Eine Trennung ist eine schwierige Zeit - für Eltern und besonders für Kinder.

Während die Erwachsenen versuchen, mit der emotionalen und organisatorischen Herausforderungen umzugehen, stehen Kinder oft zwischen den Fronten. Als Kindercoach möchte ich euch Wege aufzeigen, wie ihr euer Kind in dieser schwierigen Phase unterstützen kannst.

Die Gefühle der Kinder verstehen

Für Kinder bedeutet eine Trennung eine massive Veränderung ihrer vertrauten Welt

Sie fühlen sich oft:

  • Verwirrt: ‚‚Warum passiert das?‘‘

  • Verängstigt: Werde ich Mama oder Papa verlieren?

  • Schuldig: Habe ich dazu vielleicht beigetragen?

  • Traurig oder wütend: Warum kann alles nicht so bleiben wie früher?

Wie ihr euer Kind unterstützen könnt

1. Offene, altersgerechte Kommunikation

Kinder brauchen ehrliche, klare Informationen -

ohne Details, die sie überfordern.

Sprecht, wenn irgendwie möglich gemeinsam

mit eurem Kind und erklärt:

  • Was passiert: ‚‚Mama und Papa werden nicht mehr zusammen wohnen.”

  • Warum: ‚‚Wir haben uns nicht mehr gut verstanden, aber wir lieben dich weiterhin.”

  • Was bleibt: ‚‚Du wirst Zeit mit uns beiden verbringen können.”

    Vermeidet Schuldzuweisungen oder negative Kommentare über den anderen Elternteil.

2. Sicherheit und Stabilität bieten

Kinder brauchen Routinen und Verlässlichkeit,

besonders in unsicheren Zeiten.

Sorgt dafür, dass:

  • Regelmäßige Abläufe ( Schule, Hobbys,Schlafzeiten) bestehen bleiben

  • Ein klarer Plan für Besuche beider Elternteilen vorhanden ist.

  • Euer Kind weiß, dass es von Euch beiden geliebt wird, ohne dass es sich für eine Seite entscheiden muss.

3. Die Gefühle des Kindes anerkennen

Es ist normal, dass Kinder traurig,

wütend oder ängstlich sind.

Sagt Sätze wie:

  • ‚‚Ich sehe, dass du traurig bist. Das ist völlig okay.‘‘

  • ‚‚Du kannst immer mit mir über deine Gefühle sprechen.‘‘

  • ‚‚Es ist nicht deine Schuld, dass Mama und Papa sich trennen.“

    Vermeidet es, die Gefühle eures Kindes abzutun

    (‚‚Du wirst dich daran gewöhnen‘‘).

    Stattdessen signalisiert, dass alle Emotionen erlaubst sind und dass sie da sind, weil sie gesehen werden möchten und das es völlig in Ordnung ist.

4. Konflikte zwischen Eltern minimieren

Kinder leiden besonders unter Streitigkeiten zwischen Eltern.

Bemüht euch, Konflikte nicht vor eurem Kind auszutragen und

wichtige Absprachen sachlich zu treffen.

Wenn direkte Kommunikation schwierig ist, kann ein Mediator helfen.

5. Hilfe von außen in Anspruch nehmen

Manchmal sind Emotionen oder Verhaltensänderungen eines Kindes so stark,

dass Unterstützung von außen sinnvoll ist und für alle Beteiligten von Nutzen ist.

Ein Kindercoach,

ein Therapeut oder

ein Schulpsychologe kann dabei helfen, das Erlebte zu verarbeiten.

Was Kinder besonders brauchen

Liebe und Zuwendung: Macht eurem Kind klar, dass es von beiden Elternteilen geliebt wird - egal, was passiert

Zeit: Verbringt beide bewusste Qualitätszeit mit eurem Kind

Ventil: Fördert euer Kind darin, Gefühle durch Gespräche, Tagebuchschreiben oder kreative Tätigkeiten auszudrücken

Das Positive im Blick behalten

Auch wenn eine Trennung schwer ist, kann sie langfristig positive Auswirkungen haben - zum Beispiel, wenn Eltern in getrennten Haushalten leben weniger streiten und dadurch ein harmonischeres Umfeld für dein Kind entsteht.

Euer Kind kann lernen, dass schwierige Situationen gemeistert werden können und dass Veränderung nicht immer nur Verlust bedeutet.

Mit eurer liebevollen Unterstützung wird euer Kind diese Phase bewältigen.


Fazit: Eine Trennung ist nie einfach, aber sie muss kein traumatisches Erlebnis für euer Kind werden.

Mit offener Kommunikation, Stabilität und viel Empathie könnt ihr eurem Kind den Übergang erleichtern und es dabei begleiten, diese Veränderung zu bewältigen. Es lohnt sich für alle!

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